ORTHOBIOLOGISCHE THERAPIE IM VIENNA CARTILAGE CENTER
AMT – Therapie mit eigenem Ohrknorpel
Die Autologe Mikrotransplantation – kurz AMT – ist ein modernes orthobiologisches Verfahren zur Behandlung ausgewählter Knorpelschäden und früher bis mittelgradiger arthrotischer Gelenkveränderungen.
Eine sehr kleine Menge körpereigenen Knorpelgewebes aus dem Ohr wird unmittelbar mechanisch mikrofragmentiert und noch in derselben Behandlungssitzung in das betroffene Gelenk eingebracht.

Das Wichtigste auf einen Blick
Ziel der Behandlung ist es, Schmerzen und Reizzustände zu reduzieren, die Gelenkfunktion und Belastbarkeit zu verbessern und das biologische Gelenkmilieu zu unterstützen. AMT ist keine Zellkultur und keine klassische kultivierte Stammzelltherapie.
| Bereich | Information |
|---|---|
| Ausgangsmaterial | kleine körpereigene Knorpelprobe aus der Ohrmuschel |
| Aufbereitung | sterile mechanische Mikrofragmentierung |
| Zellkultur | nein |
| Enzymatische Aufbereitung | nein |
| Fremdgewebe | nein |
| Applikation | Injektion in das betroffene Gelenk |
| Durchführung | ambulant, meist unter lokaler Betäubung |
| Sitzungen | Entnahme, Aufbereitung und Injektion in einer Sitzung |
| Realistisches Ziel | weniger Schmerzen und Schwellung, bessere Funktion und Belastbarkeit |
| Wirkung | schrittweise über mehrere Wochen bis Monate möglich |
Was bedeutet AMT?
AMT steht für Autologe Mikrotransplantation. „Autolog“ bedeutet, dass ausschließlich körpereigenes Gewebe verwendet wird. Eine kleine Knorpelprobe aus der Ohrmuschel wird in einem sterilen Einmalsystem mechanisch in sehr kleine Gewebepartikel – Mikrotransplantate beziehungsweise Micrografts – aufbereitet. Die daraus entstehende Suspension wird unmittelbar in das zu behandelnde Gelenk injiziert.
Warum wird Ohrknorpel verwendet?
Für die AMT genügt eine sehr kleine Gewebeprobe. Diese kann vergleichsweise schonend aus einem wenig sichtbaren Bereich der Ohrmuschel, meist an der Rückseite des Ohres, entnommen werden. Die Entnahmestelle wird lokal betäubt und anschließend sorgfältig versorgt. Das gewonnene Gewebe wird nicht im Labor vermehrt, sondern direkt weiterverarbeitet.
Wie kann AMT wirken?
Die mögliche Wirkung wird vor allem durch die biologische Signalwirkung der körpereigenen Gewebe- und Zellbestandteile erklärt. Die mechanisch aufbereiteten Mikrotransplantate bringen Bestandteile der ursprünglichen Knorpelmatrix und des lokalen Gewebemilieus in das Gelenk ein. Damit sollen lokale Regulations-, Entzündungs- und Reparaturprozesse unterstützt werden.
AMT ist keine klassische Stammzellentherapie
Bei der AMT werden keine Stammzellen selektiv isoliert, nicht im Labor kultiviert und nicht über Tage oder Wochen vermehrt. Medizinisch treffender ist die Bezeichnung „autologe Mikrotransplantation mit mechanisch mikrofragmentiertem körpereigenem Knorpelgewebe“.
Auf der Website steht daher der Begriff „regenerative beziehungsweise orthobiologische Therapie“ im Vordergrund.
Wissenschaftlich wichtige Grenze
Eine einfache intraartikuläre AMT-Injektion führt nicht nachweislich bei jeder Patientin oder jedem Patienten zu einem vollständigen und dauerhaften Wiederaufbau normalen hyalinen Gelenkknorpels.
Das Verfahren in sechs Schritten
- Ärztliche Untersuchung, Befundanalyse und Prüfung von Medikamenten, Allergien sowie aktuellen Infekten.
- Desinfektion und lokale Betäubung der Ohrmuschel.
- Entnahme einer kleinen Knorpelprobe, meist aus einem wenig sichtbaren Bereich an der Rückseite des Ohres.
- Sterile mechanische Mikrofragmentierung im Einmalsystem – ohne Enzyme und ohne Zellkultur.
- Injektion der autologen Suspension in das betroffene Gelenk.
- Versorgung der Ohrwunde, kurze Nachbeobachtung und individueller Nachbehandlungsplan.
Ein Eingriff – eine Sitzung: Ohrknorpel entnehmen → mechanisch aufbereiten → Mikrotransplantate gewinnen → in das Gelenk injizieren.
Mögliche Vorteile des Point-of-Care-Konzeptes
AMT, PRP und andere zellbasierte Verfahren
Welche Methode sinnvoll ist, hängt nicht nur vom Namen eines Systems ab. Entscheidend sind Diagnose, Arthrosestadium, Knorpelschaden, Gelenkmechanik, bisherige Therapien, Entnahmeaufwand und persönliches Therapieziel.
| Verfahren | Ausgangsmaterial | Charakter des Präparates |
|---|---|---|
| PRP | venöses Blut | thrombozytenreiches Plasma / Blutkonzentrat |
| AMT | Ohrknorpel | mechanisch mikrofragmentiertes autologes Knorpelgewebe |
| Fettgewebetherapie | Fettgewebe | Microfat, MFAT oder andere Gewebe-/Zellfraktionen |
| Knochenmarktherapie | Beckenkamm | BMA oder BMAC mit heterogenen Zellpopulationen |
Für wen kann AMT geeignet sein?
Die richtige Diagnose entscheidet
Nicht jeder Gelenkschmerz entsteht ausschließlich durch den Knorpel. Vor einer AMT muss deshalb die gesamte Gelenksituation analysiert werden.
Wann ist AMT eher nicht geeignet?
Mechanik vor Biologie: AMT kann eine Fehlstellung nicht korrigieren, ein instabiles Gelenk nicht stabilisieren und einen mechanisch relevanten Meniskus- oder Knorpelschaden nicht allein durch eine Injektion reparieren. Solche Faktoren müssen gegebenenfalls vorrangig oder zusätzlich behandelt werden.
Weniger Schmerzen
Eine mögliche Verbesserung entwickelt sich meist schrittweise über mehrere Wochen und nicht wie bei einem klassischen Schmerzmittel innerhalb weniger Stunden.
Woran sich eine Verbesserung zeigen kann
Schmerzreduktion gehört zu den realistischen Therapiezielen, kann aber weder in ihrer Stärke noch in ihrer Dauer garantiert werden.
Patient berichtet
„Die Schmerzen haben über mehrere Wochen Schritt für Schritt abgenommen. Gehen, Stiegensteigen und längere Wege sind für mich wieder wesentlich angenehmer.“
Weniger Schwellung
AMT soll lokale Regulations- und Entzündungsprozesse unterstützen. Ein ruhigeres Gelenk und eine geringere Schwellungsneigung können wichtige Verlaufskriterien sein.
Reizzustand und 24-Stunden-Regel
Nach einer Reaktion wird die Aktivität zunächst reduziert und anschließend kontrolliert und langsamer gesteigert.
Patientin berichtet
„Früher war das Knie nach längerer Belastung regelmäßig geschwollen. Inzwischen reagiert es deutlich weniger, und das Gelenk fühlt sich insgesamt ruhiger an.“
Besseres Gleiten
Beweglichkeit, Gelenkfunktion und das subjektive Gleiten werden gemeinsam beurteilt. Entscheidend ist nicht nur der Schmerz, sondern wie natürlich sich Bewegung wieder anfühlt.
Beweglichkeit und Gelenkgefühl
Die mechanisch aufbereiteten Mikrotransplantate bringen Bestandteile der ursprünglichen Knorpelmatrix und des lokalen Gewebemilieus in das Gelenk ein. Ein vollständiger Wiederaufbau normalen hyalinen Knorpels ist dadurch jedoch nicht garantiert.
Patientin berichtet
„Das Knie fühlt sich beim Beugen und Strecken wieder runder an. Dieses raue und gebremste Gefühl ist deutlich weniger geworden.“
Zurück zur Bewegung
Die Rückkehr zu Alltag und Sport ist kein einzelner Zeitpunkt, sondern ein kontrollierter Belastungsaufbau, der sich nach Gelenk, Befund und Reaktion richtet.
Belastungsaufbau nach der Behandlung
| Zeitraum | Empfehlung |
|---|---|
| Tag 0–2 | relative Schonung und kurze Wege; Ohrverband trocken halten; kühlen nur nach Anweisung |
| Tag 3–7 | Alltag schrittweise erweitern; kein Laufen, keine Sprünge, kein schweres Krafttraining |
| Woche 2–4 | gelenkschonende Ausdauer und Physiotherapie nach Plan; Belastung langsam steigern |
| Danach | kontinuierlicher Aufbau abhängig von Gelenk, Befund und Reaktion |
Grundsatz: Belastung wird nur gesteigert, wenn das Gelenk am Folgetag nicht deutlich schmerzhafter, geschwollener oder steifer ist.
Patient berichtet
„Mein Ziel war, wieder sportlich aktiv sein zu können. Heute kann ich wieder Rad fahren, wandern und mein Training schrittweise steigern.“
Patientenstimmen geben persönliche Erfahrungen wieder. Sie ersetzen keine medizinische Beratung und erlauben keine Vorhersage des individuellen Behandlungsergebnisses.
Was AMT leisten kann
Was AMT nicht leisten kann
Mögliche Risiken
Medikamente: Blutverdünnende und andere relevante Medikamente dürfen vor einer AMT nicht eigenständig abgesetzt oder ergänzt werden. Änderungen erfolgen ausschließlich nach ärztlicher Rücksprache.
Häufige Fragen
AMT im Vienna Cartilage Center
Die besondere Positionierung des Vienna Cartilage Center besteht nicht im Angebot eines einzelnen Produktes. Entscheidend ist die Verbindung aus konservativer Therapie, Orthobiologie und operativer Gelenkerhaltung. AMT ist eine Option innerhalb dieses Spektrums und wird nur dann eingesetzt, wenn sie zur Diagnose und zur mechanischen Situation des Gelenkes passt.
Persönliche Eignung prüfen lassen
Nicht der Name eines einzelnen Systems entscheidet über den Behandlungserfolg. Entscheidend sind die richtige Diagnose, die sorgfältige Indikationsstellung, eine standardisierte Entnahme und Aufbereitung, das Arthrosestadium, die Gelenkmechanik und eine strukturierte Nachbehandlung.
Medizinisch geprüft von Univ.-Prof. Dr. Stefan Marlovits, MBA
Letzte medizinische Überarbeitung: August 2026
