ORTHOBIOLOGISCHE THERAPIE IM VIENNA CARTILAGE CENTER

AMT – Therapie mit eigenem Ohrknorpel

Die Autologe Mikrotransplantation – kurz AMT – ist ein modernes orthobiologisches Verfahren zur Behandlung ausgewählter Knorpelschäden und früher bis mittelgradiger arthrotischer Gelenkveränderungen.

Eine sehr kleine Menge körpereigenen Knorpelgewebes aus dem Ohr wird unmittelbar mechanisch mikrofragmentiert und noch in derselben Behandlungssitzung in das betroffene Gelenk eingebracht.

Autologe Mikrotransplantation aus Ohrknorpel zur Behandlung von Knorpelschäden und Arthrose

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01

Weniger Schmerzen

02

Weniger Schwellung

03

Besseres Gleiten

04

Zurück zur Bewegung

Das Wichtigste auf einen Blick

Ziel der Behandlung ist es, Schmerzen und Reizzustände zu reduzieren, die Gelenkfunktion und Belastbarkeit zu verbessern und das biologische Gelenkmilieu zu unterstützen. AMT ist keine Zellkultur und keine klassische kultivierte Stammzelltherapie.

Bereich Information
Ausgangsmaterial kleine körpereigene Knorpelprobe aus der Ohrmuschel
Aufbereitung sterile mechanische Mikrofragmentierung
Zellkultur nein
Enzymatische Aufbereitung nein
Fremdgewebe nein
Applikation Injektion in das betroffene Gelenk
Durchführung ambulant, meist unter lokaler Betäubung
Sitzungen Entnahme, Aufbereitung und Injektion in einer Sitzung
Realistisches Ziel weniger Schmerzen und Schwellung, bessere Funktion und Belastbarkeit
Wirkung schrittweise über mehrere Wochen bis Monate möglich

Was bedeutet AMT?

AMT steht für Autologe Mikrotransplantation. „Autolog“ bedeutet, dass ausschließlich körpereigenes Gewebe verwendet wird. Eine kleine Knorpelprobe aus der Ohrmuschel wird in einem sterilen Einmalsystem mechanisch in sehr kleine Gewebepartikel – Mikrotransplantate beziehungsweise Micrografts – aufbereitet. Die daraus entstehende Suspension wird unmittelbar in das zu behandelnde Gelenk injiziert.

Warum wird Ohrknorpel verwendet?

Für die AMT genügt eine sehr kleine Gewebeprobe. Diese kann vergleichsweise schonend aus einem wenig sichtbaren Bereich der Ohrmuschel, meist an der Rückseite des Ohres, entnommen werden. Die Entnahmestelle wird lokal betäubt und anschließend sorgfältig versorgt. Das gewonnene Gewebe wird nicht im Labor vermehrt, sondern direkt weiterverarbeitet.

Wie kann AMT wirken?

Die mögliche Wirkung wird vor allem durch die biologische Signalwirkung der körpereigenen Gewebe- und Zellbestandteile erklärt. Die mechanisch aufbereiteten Mikrotransplantate bringen Bestandteile der ursprünglichen Knorpelmatrix und des lokalen Gewebemilieus in das Gelenk ein. Damit sollen lokale Regulations-, Entzündungs- und Reparaturprozesse unterstützt werden.

  • mögliche Modulation lokaler Entzündungsprozesse
  • Unterstützung gewebeschützender und reparativer Signale
  • mögliche Reduktion von Schmerz und Schwellungsneigung
  • Verbesserung von Beweglichkeit, Gelenkfunktion und Belastbarkeit
  • Unterstützung eines umfassenden Gelenkerhaltungskonzeptes

AMT ist keine klassische Stammzellentherapie

Bei der AMT werden keine Stammzellen selektiv isoliert, nicht im Labor kultiviert und nicht über Tage oder Wochen vermehrt. Medizinisch treffender ist die Bezeichnung „autologe Mikrotransplantation mit mechanisch mikrofragmentiertem körpereigenem Knorpelgewebe“.

Auf der Website steht daher der Begriff „regenerative beziehungsweise orthobiologische Therapie“ im Vordergrund.

Wissenschaftlich wichtige Grenze

Eine einfache intraartikuläre AMT-Injektion führt nicht nachweislich bei jeder Patientin oder jedem Patienten zu einem vollständigen und dauerhaften Wiederaufbau normalen hyalinen Gelenkknorpels.

Das Verfahren in sechs Schritten

  1. Ärztliche Untersuchung, Befundanalyse und Prüfung von Medikamenten, Allergien sowie aktuellen Infekten.
  2. Desinfektion und lokale Betäubung der Ohrmuschel.
  3. Entnahme einer kleinen Knorpelprobe, meist aus einem wenig sichtbaren Bereich an der Rückseite des Ohres.
  4. Sterile mechanische Mikrofragmentierung im Einmalsystem – ohne Enzyme und ohne Zellkultur.
  5. Injektion der autologen Suspension in das betroffene Gelenk.
  6. Versorgung der Ohrwunde, kurze Nachbeobachtung und individueller Nachbehandlungsplan.

Ein Eingriff – eine Sitzung: Ohrknorpel entnehmen → mechanisch aufbereiten → Mikrotransplantate gewinnen → in das Gelenk injizieren.

Mögliche Vorteile des Point-of-Care-Konzeptes

  • 100 % körpereigenes Ausgangsgewebe
  • keine Zellkultur und keine externe Laborvermehrung
  • keine enzymatische Gewebeauflösung
  • kein Fremdgewebe
  • kleine Gewebeentnahme
  • lokale Betäubung
  • ambulante Durchführung
  • Entnahme und Behandlung in einer Sitzung
  • Kombination mit weiteren gelenkerhaltenden Maßnahmen möglich

AMT, PRP und andere zellbasierte Verfahren

Welche Methode sinnvoll ist, hängt nicht nur vom Namen eines Systems ab. Entscheidend sind Diagnose, Arthrosestadium, Knorpelschaden, Gelenkmechanik, bisherige Therapien, Entnahmeaufwand und persönliches Therapieziel.

Verfahren Ausgangsmaterial Charakter des Präparates
PRP venöses Blut thrombozytenreiches Plasma / Blutkonzentrat
AMT Ohrknorpel mechanisch mikrofragmentiertes autologes Knorpelgewebe
Fettgewebetherapie Fettgewebe Microfat, MFAT oder andere Gewebe-/Zellfraktionen
Knochenmarktherapie Beckenkamm BMA oder BMAC mit heterogenen Zellpopulationen

Für wen kann AMT geeignet sein?

  • umschriebene Knorpelschäden
  • frühe degenerative Knorpelveränderungen
  • leichte bis mittelgradige symptomatische Arthrose, besonders am Kniegelenk
  • belastungsabhängige Gelenkschmerzen
  • wiederkehrende Reizzustände oder Schwellungsneigung
  • funktionelle Einschränkung bei grundsätzlich erhaltungsfähigem Gelenk
  • unzureichender Erfolg vorausgegangener konservativer Therapien
  • realistische Erwartungen an Schmerzreduktion und Funktionsverbesserung

Die richtige Diagnose entscheidet

Nicht jeder Gelenkschmerz entsteht ausschließlich durch den Knorpel. Vor einer AMT muss deshalb die gesamte Gelenksituation analysiert werden.

  • klinische Untersuchung von Beweglichkeit, Stabilität und Schwellung
  • Röntgenaufnahmen unter Belastung
  • MRT-Untersuchung
  • Beurteilung der Gelenkachse
  • Analyse von Meniskus, Bändern, Knorpel und subchondralem Knochen
  • Abklärung entzündlicher oder systemischer Ursachen
  • Bewertung bisheriger konservativer und operativer Therapien
  • Definition realistischer Ziele für Alltag und Sport

Wann ist AMT eher nicht geeignet?

  • endgradige Arthrose mit weitgehend aufgehobenem Gelenkspalt
  • ausgeprägte unbehandelte Achsfehlstellung
  • relevante Bandinstabilität
  • erheblicher Meniskusverlust oder mechanisch instabiler Meniskusschaden
  • freie Gelenkkörper oder mechanische Blockierungen
  • aktive Gelenk- oder Weichteilinfektion
  • unkontrollierte entzündlich-rheumatische Erkrankung
  • allgemeine medizinische Kontraindikationen gegen Entnahme oder Injektion

Mechanik vor Biologie: AMT kann eine Fehlstellung nicht korrigieren, ein instabiles Gelenk nicht stabilisieren und einen mechanisch relevanten Meniskus- oder Knorpelschaden nicht allein durch eine Injektion reparieren. Solche Faktoren müssen gegebenenfalls vorrangig oder zusätzlich behandelt werden.

01
THERAPIEZIEL

Weniger Schmerzen

Eine mögliche Verbesserung entwickelt sich meist schrittweise über mehrere Wochen und nicht wie bei einem klassischen Schmerzmittel innerhalb weniger Stunden.

Woran sich eine Verbesserung zeigen kann

  • weniger Beschwerden im Alltag
  • geringere Schmerzen nach Belastung
  • angenehmeres Gehen und Stiegensteigen
  • seltenerer Bedarf an Schmerzmitteln
  • mehr Vertrauen in das behandelte Gelenk

Schmerzreduktion gehört zu den realistischen Therapiezielen, kann aber weder in ihrer Stärke noch in ihrer Dauer garantiert werden.

Patient berichtet

„Die Schmerzen haben über mehrere Wochen Schritt für Schritt abgenommen. Gehen, Stiegensteigen und längere Wege sind für mich wieder wesentlich angenehmer.“

02
THERAPIEZIEL

Weniger Schwellung

AMT soll lokale Regulations- und Entzündungsprozesse unterstützen. Ein ruhigeres Gelenk und eine geringere Schwellungsneigung können wichtige Verlaufskriterien sein.

Reizzustand und 24-Stunden-Regel

  • geringere Reaktion nach längeren Wegen oder Training
  • weniger wiederkehrende Gelenkergüsse
  • ruhigeres Gelenkgefühl nach Belastung
  • Belastung reduzieren, wenn Schmerz, Schwellung oder Steifigkeit länger als 24 Stunden anhalten

Nach einer Reaktion wird die Aktivität zunächst reduziert und anschließend kontrolliert und langsamer gesteigert.

Patientin berichtet

„Früher war das Knie nach längerer Belastung regelmäßig geschwollen. Inzwischen reagiert es deutlich weniger, und das Gelenk fühlt sich insgesamt ruhiger an.“

03
THERAPIEZIEL

Besseres Gleiten

Beweglichkeit, Gelenkfunktion und das subjektive Gleiten werden gemeinsam beurteilt. Entscheidend ist nicht nur der Schmerz, sondern wie natürlich sich Bewegung wieder anfühlt.

Beweglichkeit und Gelenkgefühl

  • flüssigeres Beugen und Strecken
  • weniger raues oder gebremstes Gelenkgefühl
  • bessere Alltagsfunktion
  • mehr Beweglichkeit und Belastbarkeit
  • mehr Sicherheit bei alltäglichen Bewegungen

Die mechanisch aufbereiteten Mikrotransplantate bringen Bestandteile der ursprünglichen Knorpelmatrix und des lokalen Gewebemilieus in das Gelenk ein. Ein vollständiger Wiederaufbau normalen hyalinen Knorpels ist dadurch jedoch nicht garantiert.

Patientin berichtet

„Das Knie fühlt sich beim Beugen und Strecken wieder runder an. Dieses raue und gebremste Gefühl ist deutlich weniger geworden.“

04
THERAPIEZIEL

Zurück zur Bewegung

Die Rückkehr zu Alltag und Sport ist kein einzelner Zeitpunkt, sondern ein kontrollierter Belastungsaufbau, der sich nach Gelenk, Befund und Reaktion richtet.

Belastungsaufbau nach der Behandlung

Zeitraum Empfehlung
Tag 0–2 relative Schonung und kurze Wege; Ohrverband trocken halten; kühlen nur nach Anweisung
Tag 3–7 Alltag schrittweise erweitern; kein Laufen, keine Sprünge, kein schweres Krafttraining
Woche 2–4 gelenkschonende Ausdauer und Physiotherapie nach Plan; Belastung langsam steigern
Danach kontinuierlicher Aufbau abhängig von Gelenk, Befund und Reaktion

Grundsatz: Belastung wird nur gesteigert, wenn das Gelenk am Folgetag nicht deutlich schmerzhafter, geschwollener oder steifer ist.

Patient berichtet

„Mein Ziel war, wieder sportlich aktiv sein zu können. Heute kann ich wieder Rad fahren, wandern und mein Training schrittweise steigern.“

Patientenstimmen geben persönliche Erfahrungen wieder. Sie ersetzen keine medizinische Beratung und erlauben keine Vorhersage des individuellen Behandlungsergebnisses.

Was AMT leisten kann

  • Gelenkschmerzen reduzieren
  • Reizzustände und Schwellungsneigung vermindern
  • Beweglichkeit und Gelenkfunktion verbessern
  • Belastbarkeit im Alltag und bei gelenkschonendem Sport erhöhen
  • das biologische Gelenkmilieu unterstützen
  • ein umfassendes Gelenkerhaltungskonzept ergänzen
  • weiterführende Maßnahmen möglicherweise hinauszögern

Was AMT nicht leisten kann

  • vollständig zerstörten Gelenkknorpel zuverlässig neu aufbauen
  • eine endgradige Arthrose rückgängig machen
  • eine ausgeprägte Fehlstellung korrigieren
  • ein instabiles Gelenk stabilisieren
  • einen Meniskusriss mechanisch reparieren
  • eine erforderliche Operation in jedem Fall verhindern
  • Schmerzfreiheit, Sportfähigkeit oder eine bestimmte Wirkdauer garantieren

Mögliche Risiken

  • vorübergehende Schmerzen, Druckgefühl oder Schwellung
  • Gelenkerguss oder entzündliche Reaktion nach der Injektion
  • Bluterguss oder Nachblutung
  • Infektion
  • Wundheilungsstörung an der Ohrentnahmestelle
  • kleine Narbe oder vorübergehende Sensibilitätsveränderung
  • selten Veränderung der Ohrkontur
  • Kreislaufreaktion oder allergische Reaktion auf verwendete Medikamente
  • fehlende, geringe oder nur vorübergehende therapeutische Wirkung

Medikamente: Blutverdünnende und andere relevante Medikamente dürfen vor einer AMT nicht eigenständig abgesetzt oder ergänzt werden. Änderungen erfolgen ausschließlich nach ärztlicher Rücksprache.

Häufige Fragen

AMT steht für Autologe Mikrotransplantation. Eine kleine Menge körpereigenen Knorpelgewebes wird entnommen, mechanisch mikrofragmentiert und anschließend in das betroffene Gelenk eingebracht.

Aus der Ohrmuschel, in der Regel aus einem wenig sichtbaren Bereich an der Rückseite des Ohres.

Die Behandlung kann in der Regel unter lokaler Betäubung durchgeführt werden.

Nein. Die Behandlung wird normalerweise ambulant durchgeführt.

Nein. Das Gewebe wird unmittelbar mechanisch aufbereitet und noch in derselben Sitzung verwendet.

Nein. Es werden keine Stammzellen selektiv isoliert, kultiviert oder vermehrt.

Das Verfahren ist grundsätzlich als Behandlung in einer Sitzung konzipiert. Weitere orthobiologische Maßnahmen werden nur bei individueller Indikation geplant.

Eine Verminderung von Reizzuständen und Schwellungsneigung gehört zu den möglichen Therapiezielen, kann aber nicht garantiert werden.

Patientinnen und Patienten können bei erfolgreichem Verlauf ein flüssigeres Gelenkgefühl, ein besseres subjektives Gleiten und mehr Belastbarkeit erleben.

Die Rückkehr erfolgt schrittweise und richtet sich nach Gelenk, Befund, Sportart und Reaktion auf die Behandlung.

AMT verfolgt einen regenerativen biologischen Ansatz. Ein vollständiger und dauerhafter Wiederaufbau normalen hyalinen Gelenkknorpels durch eine alleinige Injektion ist jedoch nicht zuverlässig nachgewiesen.

Das kann nicht garantiert werden. Bei geeigneten Patientinnen und Patienten kann AMT Bestandteil einer langfristigen gelenkerhaltenden Strategie sein.

AMT im Vienna Cartilage Center

Die besondere Positionierung des Vienna Cartilage Center besteht nicht im Angebot eines einzelnen Produktes. Entscheidend ist die Verbindung aus konservativer Therapie, Orthobiologie und operativer Gelenkerhaltung. AMT ist eine Option innerhalb dieses Spektrums und wird nur dann eingesetzt, wenn sie zur Diagnose und zur mechanischen Situation des Gelenkes passt.

  • spezialisierte Knorpel- und Arthrosediagnostik
  • Orthobiologie aus Blut, Fettgewebe, Knochenmark und autologem Knorpelgewebe
  • regenerative Knorpelchirurgie
  • Meniskuserhalt und Bandstabilisierung
  • Achs- und Gelenkmechanik
  • strukturierte Rehabilitation
  • klinische Verlaufskontrolle
  • Verbindung von Klinik, Wissenschaft und Lehre

Persönliche Eignung prüfen lassen

Nicht der Name eines einzelnen Systems entscheidet über den Behandlungserfolg. Entscheidend sind die richtige Diagnose, die sorgfältige Indikationsstellung, eine standardisierte Entnahme und Aufbereitung, das Arthrosestadium, die Gelenkmechanik und eine strukturierte Nachbehandlung.

Medizinisch geprüft von Univ.-Prof. Dr. Stefan Marlovits, MBA
Letzte medizinische Überarbeitung: August 2026