Der Weg zurück nach der OP

Physiotherapie bei Knorpelschäden

Nach der operativen Behandlung eines Knorpelschadens ist die Physiotherapie ein wichtiger Teil der Genesung. Wichtig ist dabei, dass der Übungsplan individuell auf jeden Patienten abgestimmt wird.

Beratung vereinbaren

Infomaterial anfordern

Anfrage mit Foto

Video-Termin vereinbaren

Videotermin vereinbaren

Behandlungsüberblick

Überblick

Bei der Physiotherapie handelt es sich um eine aktive Bewegungstherapie. Das Ziel der Behandlung ist die Steigerung der Gelenksbeweglichkeit, Koordination und Muskelkraft.

  • Ort der Behandlung: Physiotherapeutisches Institut

  • Dauer der Behandlung: 50 Minuten pro Einheit

  • Dauer des Aufenthaltes: ambulant 60 Minuten

  • Schmerzhaft: Nein

  • Anzahl der Behandlungen: meist 10-20

  • Nachbehandlung: nein

  • Schonzeit/Sport: Ziel ist das Erreichen einer sportlichen Aktivität

  • Ausfallzeit: keine

Nachbehandlung und Physiotherapie

Jede der operativen Therapieformen von Korpelschäden erfordert auch eine gezielte individuelle Planung der Nachbehandlung. Diese besteht aus spezifischen Übungsprotokollen unter Anleitung spezialisierter Fachkräfte. Zur besseren Regeration des behandelten Gelenkknorpels wird im Anschluss an die Operation auch oft eine Motorschiene verwendet. Über den richtigen Einsatz und Gebrauch werden Sie eingehend informiert werden.

Weiters ist nach operativen Eingriffen am Gelenkknorpel oft eine teil- oder entlastende Mobilisierung erforderlich. Auch den richtigen Umgang mit den Krücken und die richtige Belastung des betroffenen Gelenks werden Sie bei uns lernen.

Mann mit Krücken bei Physiotherapie

Postoperative Physiotherapie bei Knorpelschäden

Die Physiotherapie stellt einen wesentlichen Bestandteil in der Behandlung von operativ versorgten Knorpelschäden dar. Denn in mehreren wissenschaftlichen Studien konnte gezeigt werden, dass die Qualität und Frequenz der postoperativen Physiotherapie das Ergebnis der Operation stark beeinflusst. Außerdem ist die Mitarbeit der Patientinnen und Patienten ein sehr wichtiges Kriterium, das den Erfolg dieser Behandlungsmethoden bestimmt. Uns ist es sehr wichtig, dass unsere Patientinnen und Patienten genauestens darüber informiert sind, was die Behandlung beinhaltet und was der Grund dafür ist.

Mann mit Krücken bei Physiotherapie

Daher möchten wir Ihnen hier einen Überblick über die postoperative Physiotherapie bei Knorpelschäden geben. Allerdings möchten wir auch betonen, dass es keine allgemeingültigen „Behandlungsrezepte“ gibt und die Inhalte der Physiotherapie immer auf Ihre persönlichen Bedürfnisse abgestimmt werden.

Warum Physiotherapie bei Knorpelschäden?

Das Ziel der Physiotherapie nach operativer Behandlung von Knorpelschäden im Kniegelenk ist ein optimales Einwachsen der gezüchteten Knorpelzellen (nach der Knorpelzelltransplantation) bzw. ein optimaler Umwandlungsprozess der Blutstammzellen zu Knorpelgewebe. Zudem gewährleisten wir damit eine optimale Integration bei gleichzeitiger Erhaltung der Kniegelenksfunktion. Vor allem in den ersten sechs Wochen ist das Transplantat sehr weich und noch nicht in das umliegende gesunde Knorpelgewebe integriert. Die bei Aktivitäten im Alltag auftretenden Kompressions- und Scherkräfte würden das Transplantat schädigen. Deshalb müssen wir entsprechende schützende Maßnahmen setzen. Diese beinhalten unter anderem Teilimmobilisation und reduzierte Belastung des Gelenkes. Teilimmobilisation bedeutet, dass Sie Ihr Kniegelenk eine kurze Zeit nicht im vollen Bewegungsausmaß bewegen dürfen. Damit es Ihnen leichter fällt dies einzuhalten, bekommen Sie eine sogenannte „Kniegelenksorthese“.

Wichtig: reduzierte Belastung!

Reduzierte Belastung bedeutet, dass Sie für einen gewissen Zeitraum zum Gehen Krücken benötigen, um das Gelenks teilweise zu entlasten. Allerdings ist es wichtig, das Kniegelenk nicht komplett zu entlasten, sondern ein wenig Belastung auf das betroffene Bein zu bringen. Der Zeitraum der Teilimmobilisation und der reduzierten Belastung hängt von der Lokalisation und Größe Ihres Knorpelschadens sowie von der Art der Operation ab. Im Durchschnitt benötigen Sie die Kniegelenksorthese 2-4 Wochen und die Krücken 4-8 Wochen.

Vielleicht werden Sie sich fragen: „Warum bekommen ich keinen Gips, und wieso entlaste ich mein Bein nicht komplett, wenn das so gefährlich ist?“ Der Grund dafür liegt darin, dass komplette Immobilisation und Entlastung in weiterer Folge Bewegungseinschränkungen, massiven Kraftverlust und den Verlust der Koordination mit sich ziehen würden. Die daraus resultierende Dysfunktion des Gelenkes beeinflusst wiederum das Einheilen der Knorpelzellen bzw. den Umwandlungsprozess der Blutstammzellen negativ.

Know-how und Erfahrung

Um diesen Anforderungen in der Physiotherapie gerecht zu werden, müssen einerseits bei der Erstellung eines Nachbehandlungskonzeptes verschiedene Faktoren berücksichtigt werden. Dazu zählen etwa die Physiologie des gesunden Knorpels, der Einheilungsprozess des Transplantates, die Anatomie und Biomechanik des betroffenen Gelenkes sowie die Grundlagen der Bindegewebsphysiologie. Daher erfordert die Physiotherapie nach Operationen am Gelenksknorpel sowohl ein spezielles Know-how von Seiten der Physiotherapeutinnen und Physiotherapeuten als auch sehr viel Erfahrung in diesem Bereich. Beides können wir Ihnen im Knorpelzentrum Wien bieten!

Physiotherapie im Detail

Die physiotherapeutische Behandlung dauert im Schnitt 12 Wochen. In den ersten 4 Wochen sind insgesamt ca. 3-4 Sitzungen notwendig, danach sollten 2 Sitzungen pro Woche absolviert werden. Besonders wichtig ist es, dass Sie das auf Sie individuell zugeschnittene Programm auch selbständig durchführen. Nach diesen 12 Wochen wird entweder per E-Mail oder wenn gewünscht auch persönlich der weitere „Fahrplan“ für Ihre Heilung besprochen.

Die Physiotherapie bei Knorpelschäden verfolgt folgende Ziele:

  • langsamer Belastungsaufbau
  • freie aktive und passive Beweglichkeit
  • statische und dynamische Stabilisierungsfähigkeit des Gelenkes durch rehabilitatives Krafttraining und Koordinationstraining
Mann bei Physiotherapie

Langsamer Bewegungsaufbau

Sie bekommen unmittelbar postoperative Krücken, damit Sie das Bein nur teilweise belasten. Das Ausmaß der erlaubten Belastung hängt von der Lage und Größe Ihres Knorpelschadens und von der Art der Operation ab. Nach der Entlassung aus dem Spital wird sukzessive am Aufbau der Belastung gearbeitet. Dies geschieht sehr langsam und kontrolliert, damit sich das Gelenk langsam an die Belastung gewöhnen kann.

Mann bei Physiotherapie
Mann lernt gehen bei Physiotherapie

Freie aktive und passive Beweglichkeit

Bewegung ist für den Gelenksknorpel sehr wichtig. Denn so kommt er zu seinen essentiellen Nährstoffen. Sie dürfen – und sollen sogar – das Kniegelenk nach der Operation bewegen. Dies geschieht sowohl auf passive Weise mit der Motorschiene als auch aktiv. Zusätzlich erarbeiten Sie mit den Physiotherapeutinnen und Physiotherapeuten spezielle Bewegungsübungen. Diese Übungen sind vor allem in jener Genesungsphase wichtig, in der das Gelenk noch nicht ganz belastet werden darf.

Mann mit Hanteln

Rehabilitatives Krafttraining und Koordinationstraining

Krafttraining und Koordinationstraining sind wesentliche Bestandteile der Physiotherapie nach knorpelchirurgischen Eingriffen. Denn Muskelkraft und Koordination tragen sehr viel zu einer guten Gelenksfunktion bei. Ist die Muskelkraft gut ausgeprägt und sind Ihre koordinativen Fähigkeiten gut, dann können Sie damit den Knorpel entlasten. Da allerdings bei beiden Trainingsformen der Gelenksknorpel belastet wird, ist eine ganz spezielles, auf den Knorpel abgestimmtes Trainingsprogramm notwendig.

Mann mit Hanteln

Optimale Belastungsverteilung

Krafttraining sollte vor allem in der ersten Phase so ausgeführt werden, dass nicht allzu große Scherkräfte im operierten Bereich auftreten. Es ist daher wichtig, die genaue Defektlokalisation und Defektgröße zu kennen. Denn nur so kann man in einem Bewegungsbereich trainieren, der den Einheilungsprozess der transplantierten Knorpelzellen bzw. den Umwandlungsprozess der Blutstammzellen zu Faserknorpel nicht negativ beeinflusst.

Der Schwerpunkt des Koordinationstrainings liegt aufgrund der dort möglichen starken Belastung im Beinachsentraining. Das Ziel ist hier eine optimale Belastungsverteilung im Kniegelenk.

Adjuvante Therapien zur Beschleunigung der Knorpelregeneration und Knorpelheilung

In den letzten Jahren hat sich neben der Physiotherapie die Anwendung von begleitenden Therapien etabliert. Ziel dieser Begleittherapien ist es, die Heilung des Knorpelgewebes zu beschleunigen und somit die Phase der Entlastung mit den Krücken und der eingeschränkten Mobilisation zu verkürzen. Aus diesem Grund haben wir uns in den letzten Jahren im Knorpelzentrum Wien intensiv mit den Begleittherapien beschäftigt. Wir wollen dem Patienten hier eine vorzeitige und rasche Rückkehr zur normalen Aktivität im Beruf und im Sport ermöglichen und die lange Rehabilitationsphase nach knorpelchirurgischen Eingriffen verkürzen. Dies unterscheidet uns auch ganz wesentlich von anderen Institutionen und Zentren, die eine biologische Knorpeltherapie anbieten.

Folgende adjuvante Therapien wenden und bieten wir im Knorpelzentrum Wien an. Die Anwendung all dieser Therapieformen bedarf eines Gesamtkonzeptes und natürlich großer Erfahrung in der Wirksamkeit der unterschiedlichen Produkte:

Lasertherapie am Knie

Laserneedle-Therapie

Durch die Verwendung von unterschiedlichen Wellenlängen bei der tiefen Lasertherapie erzielen wir eine schnelle und nachhaltige Heilung. Diese Therapie wenden wir unmittelbar nach der Operation an. Der Laser versorgt das Gewebe mit zusätzlicher Energie, stimuliert biochemische Regenerationsprozesse und wirkt durchblutungssteigernd, entzündungshemmend, schmerzlindernd und abschwellend.

Erfahren Sie mehr
Lasertherapie am Knie
Arzt hält Impulsgeber für Magnetfeldtherapie an Patientenknie

Extracorporale Magnetotransduktionstherapie

Durch die Verwendung eines Magnetfeldes und der Magnetfeldschwingungen regen wir die Knorpelzellen zur Bildung von Knorpelsubstanz an. Durch die rasche Bildung der Knorpelsubstanz verfestigt sich der Knorpel früher und wird auch fester. Diese Therapie wird meist zweimal pro Woche in der 1. Phase nach der Knorpelregenerationen durchgeführt.

Erfahren Sie mehr
Arzt bei Stoßwellentherapie

Extracorporale Stoßwellentherapie

Diese Therapieform wird in der 3. Heilungsphase angewandt. Die Stoßwellentherapie hat einen günstigen Effekt auf den sogenannten subchondralen Knochen (jener Knochen, der unmittelbar unter dem Knorpel liegt) und führt zu einer intensiven Verbindung zwischen dem neuen Knorpelgewebe (Knorpel-Regenerat) mit dem darunterliegenden Knochen.

Erfahren Sie mehr
Arzt bei Stoßwellentherapie
Zentrifuge für die Eigenbluttherapie

Biologische Stimulation

Durch die Verwendung von Wachstumsfaktoren, die wir aus dem Blut des Patienten gewinnen, wird in der 4. Phase der Regeneration die endgültige Zusammensetzung des Regeneratgewebe geformt und bestimmt. Dazu verwenden wir unterschiedlichsten Präparationen aus dem Blut des Patienten (Platelet Rich Plasma bzw. Blutplasmatherapie).

Erfahren Sie mehr

FAQs

Sportarten mit sanfter, gleichmäßiger und niemals ruckartiger Bewegung sind für Patienten mit Knorpelschaden. Dazu zählen etwa Nordic Walking, Radfahren oder Schwimmen.

Nach jeder Knieoperation wird individuell für den Patienten ein physiotherapeutischer Plan erstellt. Die Physiotherapie wird meist für den Zeitraum von 3 bis 6 Monaten durchgeführt.