Platelet Rich Plasma-Therapie in der Regenerativen Medizin

Eigenbluttherapie – PRP-Therapie

Der Begriff der Eigenbluttherapie wird synonym zur PRP-Therapie (Platelet Rich Plasma-Therapie) verwendet. Bei Knorpelschäden wird sie eingesetzt, um Regenerationsprozesse im Körper anzustoßen.

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Behandlungsüberblick

Überblick

Bei der Eigenbluttherapie mit PRP handelt es sich um eine lokale Plasmatherapie. Ziel der Behandlung ist die Förderung der Regeneration durch biologische Stimulation.

  • Ort der Behandlung: Knorpelzentrum Wien – Eingriffsraum

  • Dauer der Behandlung: 30-60 Minuten

  • Dauer des Aufenthaltes: 60 Minuten

  • Schmerzhaft: geringe Schmerzen (Punktion und Injektion)

  • Anzahl der Behandlungen: meist 5 Behandlungen

  • Nachbehandlung: Physiotherapie falls erforderlich

  • Schonzeit/Sport: keine Schonzeit, Sport ist möglich

  • Ausfallzeit: keine

PRP – Platelet Rich Plasma

PRP steht für „Platelet Rich Plasma“, also „plättchenreiches Plasma” zu Deutsch. Plättchenreiches Plasma ist konzentriertes Blutplasma, welches bei der PRP-Therapie aus dem Eigenblut der Patientin oder des Patienten gewonnen wird – daher stammt auch der Name Eigenbluttherapie. Das Blutplasma hat eine gelbliche Farbe.

Mithilfe von Zentrifugation trennt man die roten Blutkörperchen vom Plasma. Das geschieht folgendermaßen: Plättchenreiches Plasma wird durch Plasmapherese mit einer speziellen Zentrifuge aus dem autologem Patientenvollblut hergestellt. Das Trennungsprinzip beruht dabei auf Zentrifugalkraft. Durch diese ordnen sich die einzelnen Blutbestandteile aufgrund ihres unterschiedlichen spezifischen Gewichts schichtweise an und können dann separat gesammelt werden. Das ist die sogenannte Plasmapherese.

Blutplättchen werden im medizinischen Bereich als Thrombozyten bezeichnet, die PRP-Therapie wird daher auch als Behandlung mit thrombozytenreichem Plasma bezeichnet. Populäre Namen sind aber auch Plasmabehandlung, Plasmatherapie, Eigenbluttherapie oder Stammzellentherapie.

PRP enthält Wachstumsfaktoren und Proteine

Die sogenannten Wachstumsfaktoren sind einer der grundlegenden Faktoren für die Wirksamkeit der Eigenbluttherapie. Sie stimulieren das Zellwachstum von Bindegewebszellen, fördern die Kollagenproduktion und sorgen für die Ausbildung neuer Gefäße. Der Heilungsprozess eines verletzten oder entzündeten Gewebes durchläuft eine komplexe und präzise geregelte Serie von körpereigenen Vorgängen. Hier fördern die Wachstumsfaktoren den Wiederaufbau des verletzten Gewebes und hemmen schmerzhafte Entzündungsvorgänge.

Es gibt die folgenden Wachstumsfaktoren, die bei der Zellerneuerung helfen:

  • TGF-beta (Transforming Growth Factor) fördert das Zellwachstum und die Gefäßneubildung.
  • PDGF-AB (Platelet-derived growth factor) stimuliert das Zellwachstum.
  • bFGF (Fibroblast Growth Factor) regt die Fibroblasten an, die u.a. für die Produktion von Kollagen verantwortlich sind.
  • IGF (Insulin-like Growth Factor) fördert die Kollagensynthese, Zellproliferation (also die Zellteilung und das Zellwachstum) und Fibroblastenmigration.
  • VEGF (Vascular Endothelial Growth Factor) stimuliert die Endothelzellproliferation und -migration.
  • EGF (Epidermal Growth Factor) fördert die Angioneogenese, reguliert die extrazelluläre Matrixregeneration und stimuliert die Fibroblastenmigration und -regeneration.
Blutabnahme für die Eigenbluttherapie

Eigenbluttherapie: PRP-Gewinnung

Für die Gewinnung von PRP für die Eigenbluttherapie nimmt man je nach Methode 10 bis 60 ml Blut aus der Vene ab, aus denen dann etwa 1 bis 14 ml Blutplasma gewonnen werden.

Das abgenommene Blut wird in einem speziellen patentierten Behälter mit einem Röhrchensystem zentrifugiert. Durch die Fliehkraft trennen sich die festen Bestandteile – also die roten und weißen Blutkörperchen – von den flüssigen Anteilen des Blutes – dem thrombozytenreichen Plasma. Die Gewinnung des PRP wird also allein durch physikalische Kräfte erreicht, es werden dem Plasma dabei keine Fremdstoffe hinzugefügt.

Durch die Art der Zentrifugation (Größe des Rotators, Umdrehungsgeschwindigkeit und Zeitdauer der Zentrifugation) sowie dem verwendeten Röhrchensystem können ganz unterschiedliche Präparationen angefertigt werden. Somit entscheidet die Art und Weise der Zentrifugation über die Zusammensetzung des PRP.

Blutabnahme für die Eigenbluttherapie
Zentrifuge für die Eigenbluttherapie

Verschiedene Zusammensetzungen für alle Anwendungen

Je nach Anwendungsgebiet wird die optimale Zusammensetzung des PRP gewählt und diese dann vor Ort präpariert. Entscheidend ist, dass für die unterschiedlichen Anwendungen unterschiedliche Präparationen verwendet werden müssen. Eine Behandlung einer Arthrose bedarf etwa einer anderen Präparation als die Anwendung bei einer Sehnenentzündung. In unserem Zelllabor verwenden wir unterschiedliche Zentrifugen der renommierten Hersteller, um ein möglichst breites Spektrum an Präparationen durchführen zu können.

Je nach Erfordernis werden die Präparationen individuell an den Patienten angepasst und auch während des Behandlungsverlaufes modifiziert. Nur dadurch kann die hohe medizinische Wirksamkeit dieser Eigenbluttherapie optimal für den Patienten erreicht werden.

Behandlungsablauf der Eigenbluttherapie

Nach der Blutentnahme und Zentrifugation zur Aufbereitung des PRP wird dieses je nach Anwendungsbereich mit einer feinen Nadel in das Gewebe oder Gelenk injiziert.

Bitte gehen Sie nicht davon aus, dass nach der Behandlung ein sofortiger Effekt eintritt. PRP und die damit angeregten biologischen Vorgänge nehmen teilweise mehrere Wochen in Anspruch. Mit PRP regen wir die langfristige Regeneration des Gewebes an und hemmen Entzündungen.

Je nach dem Anwendungsgebiet und der Ausgangssituation kann die Anzahl der erforderlichen Anwendungen sehr unterschiedlich ausfallen. In der Regel sollten Sie jedoch anfänglich mit einer 3- bis 5-maligen Anwendung rechnen. Zu einem späteren Zeitpunkt wird die Plasmabehandlung nur noch etwa alle 3 bis 6 Monate durchgeführt.

Ihren individuellen Therapieplan zur Eigenbluttherapie besprechen wir ausführlich in Ihrem persönlichen Beratungsgespräch.

Arzt behandelt liegende Patientin

Was PRP im Körper auslöst

Impulsgeber für die Regenerationsprozesse bei der PRP-Therapie sind die Wachstumsfaktoren. Sie agieren wie kleine Befehlsgeber, die die heilenden Kräfte des Körpers steuern. Ganz ähnlich wie bei der Wundheilung wird dem Körper durch die Injektion des PRPs signalisiert, dass an der betreffenden Stelle neue Zellen benötigt werden. Dies ist gerade für die Heilung von kleinen Knorpelschäden essenziell.

Die jeweiligen Knorpelzellen werden zur Zellteilung und zur Neubildung von Zellen angeregt, Kollagen und Hyaluron werden gebildet und verjüngen die Gewebestruktur an der betreffenden Stelle.

Arzt behandelt liegende Patientin

Einsatzgebiete der Eigenbluttherapie

Die Eigenbluttherapie kann in der Regenerativen Medizin in einem breiten Anwendungsspektrum eingesetzt werden. Die häufigsten Einsatzgebiete von PRP sind die Unterstützung der Wundheilung bei Verletzungen, in der Sportmedizin zur schnelleren Regeneration von Muskeln- und Bandverletzungen sowie in der Heilung von Knorpelverletzungen der Gelenke und Arthrosen.

  • chirurgische und andere Wunden
  • Meniskus-, Band-, Sehnen- und Muskelverletzungen
  • Tennisellbogen, Jumpersknee, Fersensporne
  • Gelenkverletzungen
  • Arthrosen

Nicht geeignet ist die Plasmabehandlung mit PRP dagegen bei Patientinnen und Patienten mit Durchblutungs- oder Blutgerinnungsstörungen, akuten oder chronischen Infektionskrankheiten oder Erkrankungen des Blutes (z.B. HIV, Hepatitis) sowie Tumoren. Auch während der Schwangerschaft und Stillzeit kann die Eigenbluttherapie nicht angewandt werden.

PRP-Therapie bei Knorpelschäden und Arthrose

Durch den gezielten Einsatz von PRP können kleine Knorpelschäden zur Ausheilung gebracht werden und Arthrosen können günstig beeinflusst werden. In der post-operativen Nachbehandlung von knorpelregenerativen Eingriffen (Knorpeloperationen) führt die PRP-Applikation zu hochwertigerem Knorpelgewebe mit langfristig guter Funktion.

Dazu ist aber ein umfangreiches Wissen über die Wirksamkeit der Wachstumsfaktoren auf zellulärer Ebene erforderlich. Zusätzlich muss die Möglichkeit bestehen, PRP in den unterschiedlichsten Konzentrationen und Formen herzustellen. Dafür sind die verschiedensten Zentrifugen und unterschiedlichste Techniken der PRP-Präparation erforderlich.

Im Knorpelzentrum Wien arbeiten wir mit allen namhaften Herstellern von PRP-Präparation zusammen und verwenden eine große Anzahl an Zentrifugen, um gezielt für jeden Patienten die richtige PRP-Präparation herstellen zu können. In einem ausführlichen Beratungsgespräch informieren Sie wir Sie gerne über „Ihre PRP-Präparation“ zur Behandlung ihres Gelenk- und Knorpelproblems.

Videos zur Eigenbluttherapie

In diesem Video erklärt die Plattform OrthoIllustrated die neuartige Autologous Conditioned Plasma-Technik (ACP). Dabei kommt eine sogenannte Doppelspritze zum Einsatz, in der während der Zentrifugation das Blutplasma von den anderen Bestandteilen des Blutes getrennt wird. So ist es für den Einsatz in der Eigenbluttherapie bereit.

Im nebenstehenden Video des Medizingeräteherstellers Arthrex erfahren Sie übersichtlich zusammengefasst, bei welchen Knorpelschäden ACP (Autologes Conditioniertes Plasma) angewendet werden kann. Zudem wird einfach dargestellt, wie die Eigenbluttherapie oder PRP-Therapie abläuft.