STAMMZELLTHERAPIE IM VIENNA CARTILAGE CENTER
Autologe Zelltherapie bei Arthrose und Knorpelschaden
Körpereigene zellbasierte Präparate aus Fettgewebe, Knochenmark oder Blut können bei sorgfältig ausgewählten Patientinnen und Patienten zur Behandlung von Arthrose, Knorpelschäden und im Rahmen bestimmter gelenkerhaltender Eingriffe eingesetzt werden.
Ziel ist es, Schmerzen zu reduzieren, die Gelenkfunktion zu verbessern und das biologische Milieu im Gelenk günstig zu beeinflussen – als individuell geplante orthobiologische Therapie innerhalb eines umfassenden Gelenkerhaltungskonzeptes.

Das Wichtigste auf einen Blick
| Bereich | Information |
|---|---|
| Ausgangsmaterial | Körpereigenes Fettgewebe, Knochenmark oder venöses Blut |
| Behandlungsziel | Schmerzreduktion, Funktionsverbesserung und Unterstützung des biologischen Gelenkmilieus |
| Durchführung | Je nach Verfahren ambulant oder tagesklinisch |
| Zellkultur | Bei den beschriebenen Point-of-Care-Verfahren nicht vorgesehen |
| Anzahl | Abhängig von Zellquelle, Diagnose und Verlauf |
| Nachbehandlung | Individuell nach Gelenk, Präparat und möglichem Begleiteingriff |
| Wirkung | Entwickelt sich meist schrittweise über mehrere Wochen |
| Erfolg | Individuell unterschiedlich und nicht garantiert |
Drei Zellquellen – drei Detailseiten
Fettgewebe, Knochenmark und Blut unterscheiden sich in Entnahme, Aufbereitung und biologischer Zusammensetzung. Wählen Sie eine Zellquelle, um Verfahren, mögliche Einsatzbereiche, Grenzen und häufige Fragen im Detail kennenzulernen.
1. Fettgewebe
Fettgewebe enthält neben Fettzellen eine natürliche Matrix, Gefäßstrukturen, Immunzellen, Perizyten und stromale Vorläuferzellen. Je nach Aufbereitung entstehen unterschiedliche Gewebe- oder Zellfraktionen.
2. Knochenmark
Knochenmark wird üblicherweise aus dem Beckenkamm gewonnen. Es kann unmittelbar als Knochenmarkaspirat (BMA) oder nach Zentrifugation als Knochenmarkaspiratkonzentrat (BMAC) verwendet werden.
3. Blut
Venöses Vollblut enthält Thrombozyten, Leukozyten, mononukleäre Zellen und kleine, individuell variable Vorläuferzellpopulationen. Mit Miracell® SMART M-CELL kann daraus eine zell- und thrombozytenreiche Fraktion gewonnen werden.
Medizinisch handelt es sich um ein heterogenes autologes Präparat und nicht um ein reines Stammzellprodukt.
Was versteht man unter einer Stammzellentherapie?
Der Begriff „Stammzellentherapie“ wird im allgemeinen Sprachgebrauch für unterschiedliche zellbasierte und orthobiologische Verfahren verwendet. Bei den hier beschriebenen Behandlungen handelt es sich meist nicht um reine, selektiv isolierte oder im Labor vermehrte Stammzellen.
Verwendet werden vielmehr körpereigene Gewebe- oder Zellkonzentrate. Diese enthalten – abhängig von der Zellquelle – unterschiedliche Populationen von Stromal- und Vorläuferzellen, Immunzellen, Thrombozyten, Matrixbestandteilen, Wachstumsfaktoren und weiteren biologischen Signalstoffen.
Die ISCT empfiehlt eine klare Unterscheidung zwischen mesenchymalen Stromazellen, tatsächlich charakterisierten Stammzellen und heterogenen Gewebe- beziehungsweise Zellfraktionen.
Wie können zellbasierte Verfahren wirken?
Die mögliche Wirkung wird heute überwiegend durch die biologische Signalwirkung der Präparate erklärt. Die enthaltenen Zellen, Thrombozyten, Matrixbestandteile und Botenstoffe können lokale Entzündungs- und Heilungsprozesse beeinflussen.
Wissenschaftlich wichtige Grenze
Eine einfache Injektion führt nicht nachweislich bei jedem Patienten zu einer direkten Umwandlung der applizierten Zellen in dauerhaft belastbaren neuen hyalinen Gelenkknorpel.
Was kann eine autologe Zelltherapie leisten?
Was kann eine autologe Zelltherapie nicht leisten?
Vergleich der drei Zellquellen
| Kriterium | Fettgewebe | Knochenmark | Blut |
|---|---|---|---|
| Gewinnung | kleine Liposuktion | Punktion des Beckenkamms | venöse Blutabnahme |
| Typisches Präparat | Microfat, MFAT, tSVF | BMA oder BMAC | Zell- und Thrombozytenkonzentrat |
| Gewebematrix | je nach Verfahren erhalten | kaum | nein |
| Stromale Zellpopulationen | charakteristischer Bestandteil | in geringer Konzentration | nicht Hauptbestandteil |
| Hämatopoetische Vorläuferzellen | geringe Bedeutung | charakteristischer Bestandteil | kleine variable Population |
| Thrombozyten | nicht Hauptbestandteil | je nach Verfahren enthalten | wesentlicher Bestandteil |
| Entnahmeaufwand | mittel | mittel | gering |
| Zellkultur | nein | nein | nein |
| Reines Stammzellprodukt | nein | nein | nein |
Wie wird die geeignete Zellquelle ausgewählt?
Die Entscheidung erfolgt nach einem abgestuften medizinischen Konzept.
Für wen kann eine Behandlung geeignet sein?
Geeignet kann eine Behandlung sein, wenn folgende Voraussetzungen erfüllt sind:
Orientierung zur Auswahl: Bei einer isolierten Gelenkreizung kann ein Blutprodukt ausreichend sein. Bei knochenbezogenen beziehungsweise subchondralen Fragestellungen kann Knochenmark sinnvoll sein. Fettgewebe bietet eine biologische Gewebe- und Matrixstruktur. Diese Einordnung dient der klinischen Orientierung und ist keine starre Regel.
Wann ist eine Zelltherapie eher nicht geeignet?
Der ESSKA-ICRS-Konsens bewertet Point-of-Care-Zelltherapien vor allem bei ausgewählten Konstellationen der Kniearthrose Grad II bis III als erwägenswert; bei endgradiger Arthrose ist die Eignung deutlich eingeschränkt.
Die richtige Diagnose entscheidet über die Therapie
Nicht jeder Gelenkschmerz wird ausschließlich durch den Knorpel verursacht. Vor jeder zellbasierten Behandlung muss daher die gesamte Gelenksituation analysiert werden.
Gemeinsamer Behandlungsablauf
Der konkrete Ablauf wird an Zellquelle, betroffenes Gelenk und mögliche Begleiteingriffe angepasst.
- Ärztliche Untersuchung und strukturierte Befundanalyse
- Auswahl der geeigneten Zellquelle und des konkreten Verfahrens
- Aufklärung über realistische Ziele, Grenzen, Risiken und Alternativen
- Entnahme von Fettgewebe, Knochenmark oder Blut
- Unmittelbare Aufbereitung am selben Behandlungstag
- Gezielte Anwendung am Gelenk, subchondralen Knochen oder im Rahmen einer Operation
- Unmittelbare Nachsorge und individueller Nachbehandlungsplan
- Training, Verlaufskontrollen und schrittweiser Belastungsaufbau
Der tatsächliche Ablauf kann je nach Präparat und Begleitoperation abweichen; die Nachbehandlung wird individuell festgelegt.
Risiken und Nachbehandlung
Da körpereigenes Material verwendet wird, ist eine klassische immunologische Abstoßungsreaktion nicht zu erwarten. Invasive Entnahme- und Injektionsverfahren sind dennoch nicht risikofrei.
Die Nachbehandlung richtet sich nach Gelenk, Zellquelle, Applikationsort, Arthrosestadium und möglichen operativen Begleitmaßnahmen. Kontrollierte Bewegung, Muskelaktivierung und ein stufenweiser Belastungsaufbau bilden meist die Grundlage.
Wissenschaftliche Einordnung
Zellbasierte Verfahren werden intensiv untersucht. Bei ausgewählten Patientinnen und Patienten mit Kniearthrose berichten Studien über Verbesserungen von Schmerz und Gelenkfunktion. Die Studien unterscheiden sich jedoch erheblich hinsichtlich Zellquelle, Aufbereitung, Zellzahl, Dosierung, Vergleichstherapie und Patientenauswahl.
Warum das Vienna Cartilage Center?
Die besondere Positionierung des Vienna Cartilage Center besteht nicht im Angebot eines einzelnen Produktes. Entscheidend ist die Verbindung aus konservativer, orthobiologischer und operativer Gelenkerhaltung.
Das Prinzip des VCC: Nicht eine Behandlung für alle, sondern die biologisch und mechanisch passende Therapie für das individuelle Gelenk.
Zurück in Bewegung: Patient:innen berichten
Patientenstimmen geben persönliche Erfahrungen wieder. Sie ersetzen keine medizinische Beratung und erlauben keine Vorhersage des individuellen Behandlungsergebnisses. Eine Verbesserung von Schmerzen, Beweglichkeit oder Belastbarkeit kann nicht garantiert werden.
PATIENTIN
„Meine Beweglichkeit hat deutlich zugenommen. Ich kann das Knie wieder besser beugen, leichter aufstehen und längere Strecken gehen. Im Alltag fühlt sich vieles wieder selbstverständlicher an.“
PATIENT
„Die Schmerzen haben über mehrere Wochen Schritt für Schritt abgenommen. Das Gelenk ist deutlich ruhiger, und ich brauche wesentlich seltener Schmerzmittel.“
PATIENTIN
„Die ambulante Behandlung war für mich gut zu bewältigen. Alles wurde verständlich erklärt, und ich konnte noch am selben Tag nach Hause gehen. Auch die ersten Tage danach verliefen unkompliziert.“
PATIENT
„Mein Knie fühlt sich für mich zehn Jahre jünger an. Treppensteigen, Radfahren und längere Spaziergänge sind wieder möglich, ohne dass ich bei jeder Bewegung an Schmerzen denke.“
PATIENTIN
„Es war keine Veränderung über Nacht. Nach einigen Wochen merkte ich, dass das Knie weniger schwillt und belastbarer wird. Vor allem habe ich wieder mehr Vertrauen in meine Bewegung.“
PATIENT
„Die Behandlung war keine Wunderheilung, aber für mich eine deutliche Verbesserung. Zusammen mit Physiotherapie und Muskelaufbau kann ich mich heute wieder freier bewegen und mehr am Alltag teilnehmen.“
Häufige Fragen
Persönliche Eignung prüfen lassen
Nicht die höchste Zellzahl und nicht der Name eines einzelnen Systems entscheiden über den Behandlungserfolg. Entscheidend sind die richtige Diagnose, eine standardisierte Entnahme und Aufbereitung, das Arthrosestadium, die Gelenkmechanik, die passende Indikation und eine strukturierte Nachbehandlung.
Medizinisch geprüft von Univ.-Prof. Dr. Stefan Marlovits, MBA
Letzte medizinische Überarbeitung: August 2026
