Die deutsche Boxweltmeisterin und Wahlwienerin Nicole Wesner kämpfte nach einem operierten Knochenbruch im Jahr 2019 weiterhin mit Problemen. Eine Stammzellentherapie im Knorpelzentrum Wien soll ihr nun zum erhofften Comeback verhelfen.

6-fache Weltmeisterin im Leichtgewicht

Nicole Wesner ist eine Spätberufene im Boxsport. Erst im Jahr 2012 wechselte die damals 33-Jährige von einem Managementposten in den Profisport. Dass das Alter nur eine Zahl ist, hat sie anschließend eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Denn seit 2014 ist sie mehrfach amtierende Weltmeisterin im Leichtgewicht. Sechs Weltmeistertitel zählt sie bis heute. Beim letzten WM-Kampf im Jahr 2019 zog sich die Wahlwienerin allerdings einen Bruch des rechten Mittelhandknochens zu. Diese Fraktur wurde operativ behandelt und dabei mit einer Platte und zehn Schrauben fixiert.

Comeback verletzungsbedingt abgesagt

Nachdem der Heilungsprozess abgeschlossen war und Covid-19 wieder Veranstaltungen zuließ, plante Nicole Wesner ihr Comeback. Ein Kampf war bereits angesetzt. Doch in der Vorbereitung kam es zu einer weiteren Verletzung. Anschließend zeigte sich, dass die Platte und die Verschraubungen in der Hand ihre Beweglichkeit nun einschränkten. Zudem stellte man fest, dass am betroffenen Knöchel ein Stück Knorpel fehlte. Während andere Ärzte ihr wenig Hoffnung auf eine Rückkehr in den Sport machten, gab die gebürtige Deutsche nicht auf und machte sich auf die Suche nach einer passenden Behandlung. Im Knorpelzentrum Wien und bei Univ.-Prof. Dr. Stefan Marlovits wurde sie schließlich fündig. Gemeinsam entschied man sich, das Gelenk mit einer Stammzellentherapie zu behandeln. Nicole Wesner sagte dazu in einem Beitrag: „Wenn euch jemals jemand sagt, ihr müsst mir eurem Sport aufhören, bitte, sucht nach einer Lösung! Sucht nach einem Arzt, der eine Lösung hat! Die Medizin ist mittlerweile soweit, dass es für vieles eine Lösung gibt!“

Stammzellentherapie mit Fettstammzellen

Die autologe Stammzellentherapie ist eine Methode der Orthobiologie. Sie setzt auf Regeneration durch die Selbstheilungskräfte des Körpers bzw. der körpereigenen Stammzellen. Das Knorpelzentrum Wien wendet die Stammzellentherapie bei Knorpelschäden an, die mithilfe operativer Behandlungen nicht mehr behoben werden können und bei denen die lokalen Stammzellen zu schwach oder zu wenige sind. In diesen Fällen kann der Heilungsprozess durch die Gabe von körpereigenen (autologen) Stammzellen angestoßen werden. Die Stammzellen werden entweder aus dem Blut des Knochenmarks oder aus Fettgewebe bzw. Muskeln gewonnen. Bei Boxerin Nicole Wesner kamen Fettstammzellen zum Einsatz, die aus dem Fettgewebe am Bauch gewonnen wurden. Im gleichen Eingriff wurden auch die Schrauben und die Platte entfernt. Die Operation inklusive Einbringung der Fettstammzellen erfolgte Mitte September. Derzeit trägt die Profi-Boxerin zwar noch eine Schiene, aber nach etwa drei Monaten sollte sie wieder im Ring stehen können.