Zum Abschluss unserer Serie über die Knorpelzelltransplantation geben wir Ihnen heute einen kurzen Überblick über die Geschichte dieser besonderen operativen Methode zur Behandlung von Knorpelschäden. Denn Univ.-Prof. Dr. Stefan Marlovits, Leiter des Knorpelzentrums Wien, ist selbst Teil dieser Erfolgsgeschichte. Schließlich hat er am 5. September 2000 die erste matrixgekoppelte Knorpelzelltransplantation in Österreich durchgeführt. Stattgefunden hat das seinerzeit im AKH Wien an der Universitätsklinik für Unfallchirurgie unter der Leitung von o.Univ.-Prof. Vilmos Vécsei. Damit feierte die Knorpelzelltransplantation in Österreich letztes Jahr bereits ihr 20-Jahr-Jubiläum.

1. matrixgekoppelte Knorpelzelltransplantation Österreichs im Jahr 2000

Die erste matrixgekoppelte Knorpelzelltransplantation in Österreich führten Dr. Marlovits und seine Kollegen an einem 21-jährigen Patienten durch. Nach einer Erstverletzung (Patellaluxation) im Alter von 17 Jahren sowie anschließenden Komplikationen durch einen Gelenksinfekt klagte der junge Patient über ständige Schmerzen im linken Kniegelenk. Mehrere Voroperationen unter Arthrotomie und Arthroskopie hatten keine Verbesserung gebracht. Das Kniegelenk wies Narben von den vorangegangenen Eingriffen auf, ein „Knirschen“ (medizinisch: Krepitation) deutete auch akustisch und bei Betastung auf einen größeren Knorpelschaden hin und die Schmerzen waren vor allem in Beugestellung besonders groß. Ein MRT zeigte außerdem eine ausgeprägte Verschmälerung und teils sogar ein Fehlen des hyalinen Knorpels.

Durchführung und Ergebnis

Der Patient entschied sich nach eingehender Beratung und Aufklärung für die damals experimentelle matrixgekoppelte Knorpeltransplantation. Den Ablauf der Knorpelzelltransplantation haben wir Ihnen ja bereits in unserem Blogbeitrag „Wie funktioniert eine Knorpeltransplantation“ vorgestellt. Noch mehr Details zu den einzelnen Behandlungsschritten können Sie auch in den Beiträgen „Zellkultivierung für die Knorpelzelltransplantation“ und „Einsetzen eines Knorpelzelltransplantates“ nachlesen.

Das Ergebnis der 1. heimischen Knorpelzelltransplantation kann als voller Erfolg verbucht werden. Bereits sieben Wochen nach der Operation war der Patient so schmerzfrei, dass er seinen Beruf am Schreibtisch wieder aufnehmen konnte. Bei dieser sitzenden Tätigkeit hatte der Patient vor der Behandlung große Einschränkungen durch den Knorpelschaden. Im dritten Monat nach dem Eingriff konnte der Patient das Kniegelenk dann schon wieder schmerzfrei vollständig belasten. Nach sechs Monaten war sogar eine leichte sportliche Betätigung wie Radfahren weitgehend ohne Schmerzen möglich.

Spitzenreiter in Europa

Mit dieser ersten matrixgekoppelten Knorpelzelltransplantation in Österreich im Jahre 2000 waren Dr. Marlovits und sein Team Spitzenreiter in Europa. An diesen Erfolg anschließend führte Dr. Marlovits in den folgenden Jahren Transplantation bei Patienten aus ganz Österreich und dem Ausland durch. „Bis zum heutigen Tag konnten wir diese Techniken aufrechterhalten und auch enorm verbessern“, berichtet der Knorpelspezialist: „Derzeit sind wir in der Anwendung der modernen Knorpeltherapie eines der führenden Zentren in Österreich und Europa.“